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Talbrücke Unterrieden

652 m lange Taktschiebebrücke

Ort | 

Unterrieden, Bayern

Bauherr | 

Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Nordbayern

Leistung | 

Bautechnische Prüfung

Kategorie | 

Straße

Fertigstellung | 

2024

Beschreibung

Die Talbrücke Unterrieden befindet sich im Zuge der Autobahn A6 ca.22 km östlich von Nürnberg. Auf dem Bauwerk wird die BAB A6 über das ca. 44 m tiefe Tal des Raschbachs, eine Gemeindeverbindungsstraße und einen Wirtschaftsweg überführt. Die Erneuerung der über 50 Jahre alten Brücke ist auf Grund des insgesamt schlechten Bauwerkszustandes und der für die heutigen Verkehrsverhältnisse nicht mehr ausreichenden Tragreserven zwingend erforderlich.

Rückbau des Bestandsbauwerks:
Der Überbau des Bestandsbauwerks ist als Spannbeton-Durchlaufträger über 16 Felder ausgeführt. Die Stützweiten betragen 33,5 m in den Randfeldern und 40,0 m in den Innenfeldern. Jede Richtungsfahrbahn liegt auf einem eigenen Überbau. Beide Überbauten haben einen zweizelligen Hohlkastenquerschnitt mit einer Bauhöhe von 2,20 m. Die Überbauten sind in Längs- sowie in Querrichtung beschränkt vorgespannt. Die Bestandsüberbauten wurden abschnittweise auf Vorschubrüstung hergestellt. Der südliche Überbau wurde vom Widerlager 0 aus in Richtung des Widerlagers 16 hergestellt. Der nördliche Überbau wurde anschließend in entgegengesetzter Richtung hergestellt. In den Koppelfugen sind jeweils sämtliche Längsspannglieder gestoßen. Der Rückbau des Bestandsüberbaus erfolgt entsprechend der Herstellung des Bestandsbauwerks auf Vorschubgerüst. Das Vorschubgerüst besteht aus zwei Hauptträgern, die unterhalb des Überbaus jeweils seitlich der Pfeiler angeordnet sind. Die Hauptträger liegen auf Querträgern auf, die über eine Pfeilerkopfeinrüstung an den Pfeilerköpfen aufgehängt sind. Der Rückbau des nördlichen Überbaus (BA1, Richtungsfahrbahn Nürnberg) erfolgt entgegen der Herstellrichtung, also von Osten nach Westen. Dabei ist am Ende jedes Rückbauabschnitts eine Taktfuge vorhanden, an der alle Längsspannglieder des angrenzenden Rückbauabschnitts des Überbaus verankert sind.
Zur Optimierung des Bauablaufs und zur Reduzierung der Gesamtbauzeit wird der südliche Überbau wird ebenfalls von Osten nach Westen zurückgebaut. Da dieser Überbau in entgegengesetzter Richtung hergestellt wurde, erfolgt der Rückbau (erstmals überhaupt bei einem in Taktschiebeverfahren hergestellten Überbau) mit der Herstellrichtung. Hierbei müssen die Längsspannglieder des Überbaus, die in den jeweils angrenzenden Rückbauabschnitten zur Sicherstellung der Tragfähigkeit des Überbaus benötigt werden, über Verbund verankert werden. Durch die gewählte Rückbaurichtung kann das östliche Widerlager frühzeitig zurückgebaut werden um hier den Taktkeller und das Taktschiebewiderlager des Neubaus zu erreichten, wodurch die Bauzeit des Rückbaus nennenswert verkürzt wird.

Ersatzneubau:

Die Überbauten des Ersatzneubaus werden als Spannbeton-Durchlaufträger über 11 Felder ausgeführt. Die Stützweiten betragen 47,0 m – 9 x 62,0 m – 47,0 m, die Gesamtlänge zwischen den Endauflagern beträgt 652,0 m. Der Überbau ist in Bauwerkslängsrichtung vorgespannt (Ausführung in Mischbauweise). Die Überbauten haben jeweils einen einzelligen Hohlkastenquerschnitt mit einer Bauhöhe von 4,0 m. Die Herstellung erfolgt im Taktschiebeverfahren über die endgültigen Bauwerkspfeiler ohne Hilfsstützen. Die überschobenen Stützweiten betragen in den Regelfeldern 62,0 m. Im Aufriss liegen die Gradienten beider Überbauten in einer Wanne mit einem Halbmesser von ca. 44.000 m. Die Längsneigung des Überbaus beträgt am Widerlager 10 (Nürnberg) ca. 2,1% und am Widerlager 120 (Amberg) ca. 3,7%. Der Einschub der Überbauten erfolgt bergauf. Aufgrund der relativ großen Länge des Überbaus und der teilweise relativ großen Längsneigung ist für den Einschub neben der Hub-Schub-Anlage auf dem Widerlager eine zweite Hub-Schub-Anlage in der ersten Pfeilerachse erforderlich. Der Überbau verläuft im Grundriss von Achse 10 bis ca. Achse 110 in einem Radius von 1000,6 m. Zur Achse 120 schießt eine Klothoide an. In diesem Bereich nimmt die Querneigung des Überbaus kontinuierlich ab. Die Gradiente liegt hierbei nicht in der jeweiligen Überbauachse. Da der Überbau im Taktschiebeverfahren mit einer konstanten Bauhöhe hergestellt wird, ist nach dem Endeinschub eine Höhenanpassung der Lager in den Achsen 110 und 120 um bis zu 35 mm erforderlich. Die aus dieser Absenkung des Überbaus resultierende Zwangsbeanspruchung ist in der statischen Berechnung des Überbaus zu berücksichtigen. Die Pfeilerhöhen betragen bis zu 39,3 m bei maximaler Breite am Pfeilerfuß von ca. 3,30 m (in Richtung der Bauwerkslängsachse gemessen). Trotz der sehr schlanken Pfeiler und des Einschubs bergauf wird keine Abspannung der eingebaut.

Besonderheiten

Sonstiges

Technische Daten & Lage

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