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652 m lange Taktschiebebrücke
Ort |
Bauherr |
Leistung |
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Fertigstellung |
Beschreibung
Die Talbrücke Unterrieden befindet sich im Zuge der Autobahn A6 ca.22 km östlich von Nürnberg. Auf dem
Bauwerk wird die BAB A6 über das ca. 44 m tiefe Tal des Raschbachs, eine Gemeindeverbindungsstraße
und einen Wirtschaftsweg überführt. Die Erneuerung der über 50 Jahre alten Brücke ist auf Grund des
insgesamt schlechten Bauwerkszustandes und der für die heutigen Verkehrsverhältnisse nicht mehr aus-
reichenden Tragreserven zwingend erforderlich.
Rückbau des Bestandsbauwerks:
Der Überbau des Bestandsbauwerks ist als Spannbeton-Durchlaufträger über 16 Felder ausgeführt. Die
Stützweiten betragen 33,5 m in den Randfeldern und 40,0 m in den Innenfeldern. Jede Richtungsfahrbahn
liegt auf einem eigenen Überbau. Beide Überbauten haben einen zweizelligen Hohlkastenquerschnitt mit
einer Bauhöhe von 2,20 m. Die Überbauten sind in Längs- sowie in Querrichtung beschränkt vorgespannt.
Die Bestandsüberbauten wurden abschnittweise auf Vorschubrüstung hergestellt. Der südliche Überbau
wurde vom Widerlager 0 aus in Richtung des Widerlagers 16 hergestellt. Der nördliche Überbau wurde
anschließend in entgegengesetzter Richtung hergestellt. In den Koppelfugen sind jeweils sämtliche
Längsspannglieder gestoßen.
Der Rückbau des Bestandsüberbaus erfolgt entsprechend der Herstellung des Bestandsbauwerks auf
Vorschubgerüst. Das Vorschubgerüst besteht aus zwei Hauptträgern, die unterhalb des Überbaus jeweils
seitlich der Pfeiler angeordnet sind. Die Hauptträger liegen auf Querträgern auf, die über eine Pfeilerkopf-
einrüstung an den Pfeilerköpfen aufgehängt sind.
Der Rückbau des nördlichen Überbaus (BA1, Richtungsfahrbahn Nürnberg) erfolgt entgegen der Herstell-
richtung, also von Osten nach Westen. Dabei ist am Ende jedes Rückbauabschnitts eine Taktfuge vor-
handen, an der alle Längsspannglieder des angrenzenden Rückbauabschnitts des Überbaus verankert
sind.
Zur Optimierung des Bauablaufs und zur Reduzierung der Gesamtbauzeit wird der südliche Überbau wird
ebenfalls von Osten nach Westen zurückgebaut. Da dieser Überbau in entgegengesetzter Richtung her-
gestellt wurde, erfolgt der Rückbau (erstmals überhaupt bei einem in Taktschiebeverfahren hergestellten
Überbau) mit der Herstellrichtung. Hierbei müssen die Längsspannglieder des Überbaus, die in den je-
weils angrenzenden Rückbauabschnitten zur Sicherstellung der Tragfähigkeit des Überbaus benötigt
werden, über Verbund verankert werden. Durch die gewählte Rückbaurichtung kann das östliche Wider-
lager frühzeitig zurückgebaut werden um hier den Taktkeller und das Taktschiebewiderlager des Neu-
baus zu erreichten, wodurch die Bauzeit des Rückbaus nennenswert verkürzt wird.
Ersatzneubau:
Die Überbauten des Ersatzneubaus werden als Spannbeton-Durchlaufträger über 11 Felder ausgeführt.
Die Stützweiten betragen 47,0 m – 9 x 62,0 m – 47,0 m, die Gesamtlänge zwischen den Endauflagern
beträgt 652,0 m. Der Überbau ist in Bauwerkslängsrichtung vorgespannt (Ausführung in Mischbauweise).
Die Überbauten haben jeweils einen einzelligen Hohlkastenquerschnitt mit einer Bauhöhe von 4,0 m. Die
Herstellung erfolgt im Taktschiebeverfahren über die endgültigen Bauwerkspfeiler ohne Hilfsstützen. Die
überschobenen Stützweiten betragen in den Regelfeldern 62,0 m.
Im Aufriss liegen die Gradienten beider Überbauten in einer Wanne mit einem Halbmesser von ca.
44.000 m. Die Längsneigung des Überbaus beträgt am Widerlager 10 (Nürnberg) ca. 2,1% und am Wi-
derlager 120 (Amberg) ca. 3,7%.
Der Einschub der Überbaute erfolgt bergauf. Aufgrund der relativ großen Länge des Überbaus und der
teilweise relativ großen Längsneigung ist für den Einschub neben der Hub-Schub-Anlage auf dem Wider-
lager eine zweite Hub-Schub-Anlage in der ersten Pfeilerachse erforderlich.
Der Überbau verläuft im Grundriss von Achse 10 bis ca. Achse 110 in einem Radius von 1000,6 m. Zur
Achse 120 schießt eine Klothoide an. In diesem Bereich nimmt die Querneigung des Überbaus kontinu-
ierlich ab. Die Gradiente liegt hierbei nicht in der jeweiligen Überbauachse. Da der Überbau im Taktschie-
beverfahren mit einer konstanten Bauhöhe hergestellt wird, ist nach dem Endeinschub eine Höhenanpas-
sung der Lager in den Achsen 110 und 120 um bis zu 35 mm erforderlich. Die aus dieser Absenkung des
Überbaus resultierende Zwangsbeanspruchung ist in der statischen Berechnung des Überbaus zu berücksichtigen.
Die Pfeilerhöhen betragen bis zu 39,3 m bei maximaler Breite am Pfeilerfuß von ca. 3,30 m (in Richtung
der Bauwerkslängsachse gemessen). Trotz der sehr schlanken Pfeiler und des Einschubs bergauf wird
keine Abspannung der eingebaut.
Besonderheiten
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